Wissenschaftstag der Metropolregion zeigt, wie KI uns prägt

Zur Seite des Wissenschaftstags 2026 – Gruppenfoto der Teilnehmenden der Metropolregion Nürnberg

Der 19. Wissenschaftstag der Europäischen Metropolregion Nürnberg zog mit dem diesjährigen Motto „KI und Robotik – Mensch, Maschine, Möglichkeiten“ rund 600 Besucherinnen und Besucher an die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik tauschten sich über wissenschaftliche Trends, konkrete Anwendungen und gesellschaftliche Perspektiven von Künstlicher Intelligenz und Robotik aus.

Zum bereits dritten Mal veranstaltete das Forum Wissenschaft der Metropolregion den Wissenschaftstag in Nürnberg: dieses Mal in Kooperation mit der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm (Ohm) und der Technischen Universität Nürnberg (UTN) als wissenschaftlichen Gastgebern sowie mit der Stadt Nürnberg als kommunaler Partnerin. „Als Gastgeber freuen wir uns, gemeinsam mit der UTN führende Köpfe aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammenzubringen“, sagte Ohm-Präsident Prof. Dr. Niels Oberbeck. „Unsere Hochschule steht für praxisnahe Forschung und enge Vernetzung in der Region – genau diese Stärken spiegeln sich hier wider. Der Wissenschaftstag bietet die ideale Plattform, um Innovationen in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Robotik sichtbar zu machen und den Weg in die Anwendung zu ebnen.“

Zur Eröffnung richteten Marcus König, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, Prof. Dr. Niels Oberbeck und Prof. Dr. Alexander Martin, Gründungsvizepräsident der UTN, den Blick auf die Chancen von KI und Robotik für die Region. „Das Motto ‚KI und Robotik – Mensch, Maschine, Möglichkeiten‘ passt hervorragend zu Nürnberg. Als starker Wissenschafts- und Innovationsstandort schaffen wir beste Voraussetzungen, damit neue Technologien verantwortungsvoll entwickelt und erfolgreich in die Praxis gebracht werden. Mit unseren Hochschulen, Forschungseinrichtungen und innovativen Unternehmen leisten wir einen wichtigen Beitrag dazu, die Zukunft aktiv mitzugestalten und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Stadt und Region nachhaltig zu stärken“, betonte Marcus König, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg.

Einzigartige Verzahnung von Hochschulen, Forschung und Unternehmen

Wie eng anwendungsnahe Forschung, der Aufbau einer neuen Universität und die Innovationskraft des Standorts ineinandergreifen, zog sich als roter Faden durch ihre Beiträge. „Die Metropolregion Nürnberg ist exzellent in der KI aufgestellt. Ermöglicht wird dies durch die enge Zusammenarbeit der Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Gerade im Bereich Künstliche Intelligenz entstehen aus dieser Kooperation konkrete Projekte mit großer Wirkung für Wirtschaft und Gesellschaft. Dass wissenschaftliche Exzellenz hier an mehreren Institutionen zuhause ist, macht unsere Region zu einem der spannendsten Innovationsstandorte Deutschlands“, sagte Prof. Dr. Alexander Martin.

In ihren Grußworten ordneten Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume und Dr. Silke Launert, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, die Themen KI und Robotik als Schlüsselfelder für Innovation, Technologietransfer und die technologische Zukunftsfähigkeit von Land und Bund ein. „Fortschritt und Franken – das gehört schon lange untrennbar zusammen. Starke Hochschulen, smarte Unternehmen und ein selbstbewusste Metropolregion Nürnberg: Der Wissenschaftstag ist ein Event aus der Region für die Region – aber mit Signalwirkung weit über die Region hinaus. Vom Start-up-Gründer bis zum Spitzenforscher kommen hier Menschen zusammen, die nicht nörgeln, sondern machen. Und das ist heute wichtiger denn je. Unsere Welt erlebt gerade tektonische Verschiebungen. Robotik und KI sind eine Revolution. Für uns ist klar: Nur wenn wir bei dieser Entwicklung dabei sind und Schritt halten, sichern wir Wohlstand und Souveränität. Mit der Hightech Agenda Bayern investieren wir deshalb 5,5 Milliarden Euro in Talente, Technologie und Transfer. Wir machen aus Spitzenforschung neue Innovation – aus KI neue Industrie“, sagte Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume.

KI prägt die Produktion von morgen

In zwei Keynotes gingen die Referierenden anschließenden auf konkrete Anwendungsbereiche ein: Dr. Horst J. Kayser (Siemens AG, CEO Digital Industries Factory Automation) zeigte, wie physische KI die Fabrik von morgen prägt und Mensch und Maschine in der Produktion zusammenwirken. „Die Anforderungen an die industrielle Fertigung sind hoch. Nachhaltige Produktion, schnelle Reaktion auf sich ändernde Marktbedingungen bei anhaltendem Fachkräftemangel erfordern ein Umdenken. Die Fabrik der Zukunft, in der Maschinen den Menschen unterstützen, wird Arbeitsplätze sichern“, sagte Dr. Horst J. Kayser.

Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß (Ohm, Forschungsgebiet Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt) beleuchtete, wie sich Kompetenzen im Beruf durch KI verschieben – und warum es künftig darauf ankommt, Technologie souverän zu nutzen, statt sie nur zu beherrschen. Spitzenkräfte der Zukunft, so ihre These, integrieren KI ganz selbstverständlich in ihre Arbeitsabläufe und Denkprozesse. Entscheidend werde eine „doppelte Teamfähigkeit“: die Fähigkeit, ebenso gut mit Menschen wie mit KI zusammenzuarbeiten.

Zum praktischen Werkzeug machen: Panel zu KI in der Praxis stößt auf großes Interesse

Am Nachmittag vertieften fünf parallele Fachpanels das Leitthema: von den Kompetenzen für die Arbeitswelt im KI-Zeitalter über humanoide Robotik und den Wandel der Medienbranche bis zur Medizin der Zukunft. Auf das größte Interesse stieß das Panel „Von der Datenflut zum Wissensvorsprung – KI in der Praxis“. Dass gerade dieses Thema den stärksten Zuspruch fand, spiegelt seine Bedeutung für die vielen mittelständischen Unternehmen der Region wider: wie sich KI jenseits des Hypes im Arbeitsalltag konkret einsetzen lässt. Anhand von Praxisprojekten aus dem Technologietransferzentrum „Digitale Intelligenz“ der Ohm, wurde greifbar, wie kleine und mittlere Unternehmen KI vom abstrakten Schlagwort zum praktischen Werkzeug machen – von der automatisierten Qualitätsprüfung bis zum Chatbot. Über alle Panels hinweg diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft und dabei nicht nur technische Möglichkeiten, sondern auch die ethischen und gesellschaftlichen Fragen des Einsatzes von KI und Robotik.

Für einen stimmungsvollen Abschluss sorgte die Hochschule für Musik Nürnberg mit einer Improvisation aus Saxophon und Robo-Percussion – ein sinnbildliches Zusammenspiel von Mensch und Maschine.

Für Dr. Thomas Koch, Geschäftsführer der Europäischen Metropolregion Nürnberg, steht als Resümee des Wissenschaftstags fest: „Wir sind als Region deshalb ‚EU Innovation Valley‘ geworden, weil sich hier Wissenschaft und Wirtschaft hervorragend ergänzen. Dieses Prädikat der EU nun weiterzuentwickeln, ist unsere gemeinsame Aufgabe.“

Pressebilder zum Download:

Gruppenfoto (Copyright: Rudi Ott)

Keynote Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß (Copyright: Rudi Ott)

Grußwort Markus Blume, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst (Copyright: Rudi Ott)

Grußwort Dr. Silke Launert, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt (Copyright: Rudi Ott)

Roboter am Stand von Siemens (Copyright: Rudi Ott)


Über die Technische Universität Nürnberg

Die 2021 gegründete Technische Universität Nürnberg (UTN) ist die erste Neugründung einer staatlichen Universität in Bayern seit 1978. Die UTN versteht sich als ein lebendiges Labor der Ausgestaltung einer Universität für das Zeitalter der KI und der rasch voranschreitenden Veränderungen in Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft. Die UTN strebt an, ein wichtiger regionaler Impulsgeber in der Forschung, Lehre und im Transfer sowie eine international führende Universität des 21. Jahrhunderts mit regionaler Verankerung bei einer gleichzeitigen globalen Ausrichtung zu werden.

Der 37 Hektar große und nachhaltige UTN-Campus wird das Zentrum des neuen Stadtteils Lichtenreuth in Nürnberg in der Nähe der historischen Innenstadt bilden. Etwa 6.000 Studierende, 200 Professorinnen und Professoren und mindestens 2.000 Mitarbeitende werden hier Platz finden. Studiengänge werden Aspekte von Technologie, Liberal Arts, Social Sciences und Natural Sciences integrieren, um Studierende auf die interdisziplinären Anforderungen der neuen Arbeitswelt ideal vorzubereiten.


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