Zwei neu gegründete Universitäten im DACH-Raum vertiefen Austausch und starten erste Kooperation

Eine Person erklärt einer kleinen Gruppe in einem Labor- oder Technikraum etwas und gestikuliert dabei mit den Händen.

Linz, 05. Mai 2026 – Das Führungsteam der IT:U besuchte mit ihrer Gründungspräsidentin Stefanie Lindstaedt im April 2025 die UTN in Nürnberg, um ein erstes gemeinsames Kennenlernen in der frühen Phase des Aufbaus beider neu gegründeten Universitäten zu ermöglichen. Nun reiste eine Delegation der Technischen Universität Nürnberg (UTN), angeführt von ihrem Gründungspräsidenten Michael Huth, nach Linz, um die IT:U vor Ort intensiver kennenzulernen.

Beide Universitäten haben einen gesetzlichen und gesellschaftlichen Auftrag, neue Wege und Strukturen in der Ausgestaltung von universitärer Lehre, Forschung und Transfer im Zeitalter der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz (KI) zu erproben. Der Austausch machte deutlich, dass beide Einrichtungen diesen Auftrag aktiv und mit hohem Engagement verfolgen.

Die intensiven Gespräche in Linz gaben den Beteiligten Gelegenheit, Gemeinsamkeiten der Aufbauarbeit zu erkennen. Dazu zählen:

  • die hohe Belastung durch die gleichzeitige Bewältigung von Aufbauarbeit und wachsendem Tagesgeschäft sowie die Schwierigkeit, diese nach außen zu vermitteln
  • eine teilweise kritische Wahrnehmung der Gründungsprojekte in den jeweiligen nationalen Hochschullandschaften
  • der Anspruch, exzellente Forschung, Transfer und Lehre gleichermaßen zu stärken sowie interdisziplinäres Lernen zu fördern und
  • das Ziel, resiliente und agile Governance-Strukturen zu etablieren, die Forschung und Lehre in einer sich rasch verändernden Welt unterstützen.

Der offene Austausch machte auch erhebliche Unterschiede dieser Gründungsprojekte deutlich, von denen folgende hervorzuheben sind:

  • die IT:U hat zurzeit eine präsidiale Governance, wohingegen die UTN ein Gründungspräsidium und eine Gründungskommission hat,
  • bei der IT:U befinden sich Studierende in einem privatrechtlichen, an der UTN in einem öffentlich-rechtlichen Verhältnis mit der jeweiligen Universität,
  • an der IT:U befinden sich Beschäftigte in einem privatrechtlichen Verhältnis, an der UTN gelten für Beschäftigte die üblichen gesetzlichen Bestimmungen des öffentlichen Diensts und des Beamtenrechts,
  • die IT:U beabsichtigt nicht, Fakultäten oder Departments einzurichten, die UTN hat Departments und siedelt Professorinnen und Professoren in diesen an,
  • die IT:U setzt ihren strategischen Schwerpunkt auf „Computational X“ und digitaler Transformation, wohingegen die UTN den Schwerpunkt KI in fünf Departments umsetzen wird, die neben Computer Science, KI, den Geistes- und den Sozialwissenschaften auch die Konvergenz von physikalischen und biologischen Wissenschaften widerspiegeln.

Die identifizierten Gemeinsamkeiten sehen die IT:U und die UTN als Nährboden für Kollaborationen. Die erkannten Unterschiede dienen als Basis für ein gemeinsames konstruktives Hinterfragen strategischer Annahmen und als „Stresstest“ der jeweiligen Profilbildungen.

Eine erste Kollaboration zwischen der IT:U und der UTN wurde am 29.04.2026 von Stefanie Lindstaedt und Michael Huth in Linz unterzeichnet: ein „Erasmus+ Mobility Programme for Higher Education“, das mit einem Austausch erster Promovierender beider Gründungsuniversitäten beginnen soll.

IT:U Gründungspräsidentin Stefanie Lindstaedt zog folgendes Resümee: „Die entscheidende Herausforderung ist, neue institutionelle Modelle so in der Realität zu verankern, dass sie nicht wie ihre Vorgänger erstarren, sondern dauerhaft agil, mutig und lernfähig bleiben. Im intensiven Austausch mit dem Leitungsteam der UTN konnten wir die Herausforderungen, die mit dem Aufbau komplett neuer Universitäten einhergehen, gemeinsam beleuchten und den Grundstein dafür legen, diese künftig miteinander voranzutreiben.“

Der Gründungspräsident der UTN ordnete diesen Besuch so ein: „Als neu gegründete Universität profitieren wir erheblich vom regelmäßigen Austausch mit anderen Gründungsprojekten oder mit Universitäten, die binnen einiger Jahrzehnte nach Gründung international exzellent aufgestellt sind. Die IT:U ist für uns durch ihr angestrebtes Profil und ihren rechtlichen Rahmen ein sehr interessanter Austauschpartner, da wir dadurch die Effektivität unserer jeweiligen Aufbauarbeit miteinander erhöhen können. Zugleich führt das Verstehen unserer Unterschiede auch dazu, unsere eigene Strategie und Profilbildung zu prüfen und zu validieren. Wir freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Aktivitäten.“

Gruppenfoto von zehn Personen auf einer Treppe in einem modernen Bürogebäude.
Von der UTN reisten unter anderem Gründungspräsident Prof. Dr. Michael Huth sowie die beiden Vizepräsidenten Prof. Dr. Isa Jahnke und Prof. Dr. Alexander Martin nach Linz.
Eine Person erklärt einer kleinen Gruppe in einem Technikraum etwas; im Vordergrund steht ein unscharfer mobiler Roboter auf einem Tisch.
I:TU Gründungspräsidentin Stefanie Lindstaedt stellt der UTN-Delegation das Konzept ihrer Universität vor. Bei den Gesprächen wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Institutionen deutlich.

Pressebilder zum Download:

Gespräch Gründungspräsidenten Huth und Lindstaedt (Copyright: I:TU)

Guppenfoto auf Treppe (Copyright: I:TU)

Gespräch Gruppe (Copyright: I:TU)


Über die Technische Universität Nürnberg

Die 2021 gegründete Technische Universität Nürnberg (UTN) ist die erste Neugründung einer staatlichen Universität in Bayern seit 1978. Die UTN versteht sich als ein lebendiges Labor der Ausgestaltung einer Universität für das Zeitalter der KI und der rasch voranschreitenden Veränderungen in Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft. Die UTN strebt an, ein wichtiger regionaler Impulsgeber in der Forschung, Lehre und im Transfer sowie eine international führende Universität des 21. Jahrhunderts mit regionaler Verankerung bei einer gleichzeitigen globalen Ausrichtung zu werden.

Der 37 Hektar große und nachhaltige UTN-Campus wird das Zentrum des neuen Stadtteils Lichtenreuth in Nürnberg in der Nähe der historischen Innenstadt bilden. Etwa 6.000 Studierende, 200 Professorinnen und Professoren und mindestens 2.000 Mitarbeitende werden hier Platz finden. Studiengänge werden Aspekte von Technologie, Liberal Arts, Social Sciences und Natural Sciences integrieren, um Studierende auf die interdisziplinären Anforderungen der neuen Arbeitswelt ideal vorzubereiten.


Kontakt

Peter Diehl

Head of Unit

Communication Unit

Agnes Pelzl

Deputy Head of Unit

Communication Unit